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Stammtisch der Kulturen im Zeichen Algeriens am 12.01.18

12. Januar 2018: 19:00 - 22:00

Eintritt frei

Der Stammtisch der Kulturen steht dieses mal ganz im Zeichen Algeriens. Der gebürtige Marokkaner, wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktorand am Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Münster Ali Ghandour hält einen Vortrag zum Thema „Toleranz in der islamischen Mystik“ und zeigt auf, wie man heute von den algerischen Sufi-Meistern lernen kann, um das Potential der islamischen Mystik für ein friedliches Zusammenleben in Deutschland auszuschöpfen.

Dieses mal fällt der Stammtisch der Kulturen zeitlich mit Yennayer 2968 – das Neujahr der Imazighen (Ureinwohner Nordafrikas) zusammen. Aus diesem Anlass wird Dr. Aroui,  Vorsitzender des Maghreb Haus e.V., kurz über die Geschichte und Tradition des Yennayer berichten und werden wir mit Ihnen das Neujahrsfest der Imazighen feiern. Dazu reicht das Maghreb Haus e.V. kulinarische Köstlichkeiten aus der Region zum Selbstkostenpreis. Für musikalische Unterhaltung sorgen Adam und Samy Saidani.

Vortrag zum Thema „Toleranz in der islamischen Mystik“

Während überall im Lande die Negativschlagzeilen über den Islam die Runde machen, wird allzuleicht übersehen, wie viele Muslime sich um ein friedfertiges gesellschaftliches Zusammenleben bemühen. Besonders der Sufismus mit seiner innigen Spiritualität zeichnet dieses Bild eines dialogisch offenen Islam. Eine erstaunliche Rolle spielt die überwiegend in Algerien und Frankreich beheimatete Sufi-Gemeinschaft der Alawiyya, die auch einen Zweig in der Schweiz und in Deutschland haben. Diese Art von islamischen Mystik kann durch ihre Offenheit, Toleranz, pluralistische Auffassung von Religion, der Liebe zu Menschen, jenseits aller ihrer religiösen, kulturellen und ethnischen Verbindung, und ferner durch ihr Plädoyer für einen solidarischen und friedlichen Umgang mit den Menschen, den Muslimen hierzulande und überall auf der Welt dem Weg zur Integration ebnen. Dasselbe gilt ebenso für andere Richtungen des Islam, denen Musliminnen und Muslime verbunden sind, die sich als Teil der deutschen Gesellschaft verstehen und sich ihr verpflichtet fühlen.

In seinem Vortrag zeigt Ali Ghandour auf, wie der Sufismus in Algerien und im Maghreb zum Zusammenhalt der Gesellschaft und zum friedlichen und toleranten Zusammenleben der Menschen trägt. Seit dem 12. Jahrhundert gibt es dort Sufi-Bruderschaften, den sogenannten Zaouias, die eine spirituelle und auch soziale Rolle spielen. Von dem Sufi-Heiliger des 12. Jahrhunderts und Vater des maghrebinischen Sufismus Sidi Bumadyan (1126 – 1198) über den Mystiker, Emir von Algerien, Freiheitskämpfer und Christenretter des 19. Jahrhunderts Abdelkader Al Djazairi (1808 – 1883) bis hin zum Sufi-Heiliger des 20. Jahrhunderts und Gründer des modernen Alawiyya-Ordens in Mostaganem im Norden Algeriens Scheich Ahmed Al-Alawi (1869-1934) und dessen aktuellen spirituellen Lehrmeister Scheich Khaled Bentounes eröffnet der Vortragende Einblicke in die faszinierende Welt der islamischen Mystik. Denn zu den ethischen Werten, denen sich die Sufis verpflichtet fühlen und die ihre Tradition charakterisieren, gehören Einsichten und Verhaltensweisen, die in westlichen Übersichtswerken gerne pointiert als Ausdruck von Liberalität, Freiheitsdrang, Friedenswillen und Toleranz kategorisiert werden. In diesem Sinne kann ein Sufi als muslimischer Humanist bezeichnet werden.

Der Alawiyya Orden ist heute weltweit in der AISA (Association Internationale Soufie Alawiyya) organisiert. Eines der Hauptziele von AISA ist die Förderung der Friedenskultur und des Zusammenlebens. Im Juni 2014 wurde AISA von den Vereinten Nationen als NGO anerkannt und hat seitdem den Sonderberaterstatus im Wirtschafts- und Sozialrat der UNO. Frieden, Gleichberechtigung der Geschlechter und ein Dialog der Religionen sind ihre Anliegen. Der aus Algerien stammende und aktuelle spirituelle Lehrmeister des Alawiyya-Ordens Scheich Khaled Bentounes ist Schriftsteller, Pädagoge, Mitglied im Weltkongress der Rabbiner und Imame – und Friedensbotschafter. 

Yennayer – das Neujahrsfest der Imazighen

„Assguass Amggaz!“ oder „Assguass Ambarki(Frohes Neues Jahr!) lautet ein Neujahrswunsch auf Tamazight, einer der wichtigsten Berbersprachen im Maghreb. 

Im Berber-Kalender fällt Neujahr, also der 1. Yennayer, auf den 13. oder 14. Januar gregorianisch und in diesem Jahr begingen die Imazighen das Jahr 2968. Das traditionsverankerte Neujahrsfest „Yennayer“ wird seit der Antike und auch heute noch in den Maghreb und auch von den Maghrebiner im Ausland gefeiert. So wird in Algerien am 12. Januar und in Marokko und Tunesien am 13. Januar in das neue Jahr hineingefeiert. Die Jahreszählung der Berber geht zurück auf die Thronbesteigung des „libyschen“ (berberischen)  Pharao Scheschonq I. in Ägypten (22. Dynastie) im Jahre 950 v. Chr. In diesem Jahre führte der Berberkönig Scheschonq I. einen Feldzug gegen die Pharaonen in Ägypten und besiegte sie. Seitdem wurde dieser Tag mit dem Beginn der Landwirtschaft zusammengeführt und gefeiert. Gleichzeitig dient aber auch unter anderem nach heidnischem Brauch der Natur zu ehren und den Winter zu vertreiben.

Der Berber-Kalender ist ein alter, agrarischer Sonnenkalender, der auch „fellahi“ „bäuerlich“ genannt wird. Der Kalender ist ein später Abkömmling des von Julius Cäsar 45 v.Chr. eingeführten Julianischen Kalenders, was auch bereits die Datendifferenz von 12 bis 14 Tagen vermuten lässt. Dieser Kalender wurde während der Römischen Herrschaft auch in der Provinz Africa eingeführt und blieb nach der muslimischen Eroberung im 7. J.H. wegen seiner Orientierung an der Jahreszeiten insbesonderer für die Landwirtschaft bedeutsam. Die Anzahl der Tage in den Monaten, 30 oder 31, entspricht dem der Gregorianischen Monate und der 29. Februar ist alle vier Jahre Schalttag. Aber die Reformen des Gregorianischen Kalenders – mit seinen Schaltjahrsausnahmen – machte der nordafrikanische Bauernkalender nicht mit – daher rührt die oben angesprochene Differenz.

Stammtisch der Kulturen

Der Stammtisch der Kulturen findet jeden 2. Freitag in jedem 2. Monat unter dem Motto „Fremde werden Freunde – Eine Initiative für Toleranz und friedliches Zusammenleben“ in Kooperation mit Kulturschloss Wandsbek statt. Er ist eine offene Plattform der Begegnung und der Unterhaltung für Menschen aller Kulturen. Er hat das Ziel, wissen über die Werte unterschiedlicher Kulturen zu vermitteln und interkulturelle Verständigung zu fördern und bietet die Möglichkeit, gemeinsam zu essen, andere Menschen näher kennen zu lernen und miteinander ins Gespräch zu kommen – über alle Kulturgrenzen hinweg.

Der Stammtisch der Kulturen findet in einer Zeit statt, in der wir um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft kämpfen und Vorurteile gegen Menschen anderer Herkunft oder anderen Glaubens entkräften müssen. Wir sind der festen Überzeugung, dass sich unser Horizont in Begegnungen mit den Menschen anderer Kulturen weitet und sich Ängste und Vorurteile mit Begegnungen abbauen lassen. Fremde Kulturen bereichern nicht nur das Leben, sondern machen es noch bunter.

Wir laden Euch herzlich zu unserem Stammtisch der Kulturen ein.

 
 

 

Details

Datum:
12. Januar 2018
Zeit:
19:00 - 22:00
Eintritt:
Eintritt frei

Veranstalter

Maghreb Haus e.V.
Telefon:
Whatsapp: 015233775808
E-Mail:
info@maghreb-haus.de
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Veranstaltungsort

Kulturschloss Wandsbek
Königsreihe 4
Hamburg, 22041 Deutschland
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Telefon:
040-68 28 54 55
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