Maghrebinischer Kulturabend – YENNAYER 2973!

 
🇩🇿🇲🇦🇹🇳🇱🇾🇲🇷❤️ⵣ Das war ein wunderbares Neujahrsfest der Imazighen, das ganz im Zeichen des Maghreb stand.ⵣ❤️🇲🇷🇱🇾🇹🇳🇲🇦🇩🇿
Rund 100 Gäste waren der Einladung zum Neujahr der Imazighen – Yennayer 2973 ins Kulturschloss Wandsbek am 13.01.2023 gefolgt, die von Dr. Djelloul Aroui, Vorsitzender des Maghreb Haus e.V., herzlich empfangen wurden. Dann wurde der traditionelle warme Pfefferminztee zur Begrüßung als Zeichen der Gastfreundschaft überreicht.
Den Besuchern wurde ein buntes Programm geboten. In seinem Vortrag über die Geschichte und Tradition des Neujahrsfestes der Imazighen gab Dr. Djelloul Aroui einen Einblick in die mehr als 3000 Jahre alte Berberkultur.
Wir haben mit unseren Gästen einen musikalischen Abend der besonderen Art im Kulturschloss Wandsbek genossen. Die Musiker Ali Shibly, Adam Saidani und Ashraf Larbi spielten populäre Lieder aus dem Maghreb und sorgten für tolle Stimmung. Es bestand auch die Möglichkeit, die von Olfa mitgebrachten traditionellen Kleidungen anzuprobieren und durch den Abend zu tragen.
Das Highlight des Abends war der Märchenerzähler Naceur Aceval und die besondere Art, seine Geschichte zu erzählen. Dann nahm Aceval die Zuhörer mit auf eine Reise in die wunderbare Welt der frei erzählten Märchen aus dem Maghreb voller Magie und Lebensfreude und mit Witz und Humor.
„Überall wo Menschen sind, lebt das Wort und reist mit ihnen. Menschen die Geschichten erleben, erzählt oder gehört haben kommen und gehen. Allein das Wort bleibt, reist und erreicht immer sein Ziel. Und wenn die Menschen längst fort sind, so lebt das Wort weiter und die Erzählungen reisen mit anderen Menschen. So ist das Wort heute zu Euch gekommen. Bewahrt es in Euren Herzen und erzählt es weiter, Euren Geschwistern, Euren Freundinnen und Freunden und Verwandten. Lasst es weiterreisen, das Wort!“ „Hört, damit die Geschichte weiterreisen kann! Hört, damit das Wort nicht stirbt!“ so begrüßte Aceval seine Gäste.
Aceval ist ein Märchenerzähler mit einer ungewöhnlichen Biografie. Als Sohn einer algerischen Nomadenfamilie verbrachte er seine Kindheit in den Nomadenzelten der Familie seiner Mutter – eines Nomadenstamms der Ouled Sidi Khaled in Tousnina – Tiaret. Aceval, der mittlerweile seit 40 Jahren in Deutschland lebt und heute in Weil im Schönbuch wohnt, vereint mehrere Kulturen in sich. Er erzählt im algerischen Dialekt, auf Französisch und auf Deutsch mit Charme und Humor und schlägt mit seiner Erzählkunst eine Brücke zwischen Menschen und Ländern, zwischen dem Maghreb und Europa – ein Mittler zwischen Kulturen.
 
Zwischendurch wurden die traditionsreichen maghrebinischen Gerichte – köstlichen Couscous mit Händchen und 7 Gemüsen und unterschiedliche Arten von Gebäck – serviert. Der zwischen dem Maghreb und Europa Brücken bauenden Abend wurde von Jutta Höflich moderiert.
 
Eine Ausstellung arabischer Schriftmalkunst mit einer Präsentation über die Verbindung zwischen Design und Kalligraphie.
Mit ihren ausgewählten Werken gab die Künstlerin und Innenarchitektin Hala Bahri einen Einblick in die faszinierende Welt der arabischen Schriftmalkunst. 
Sie befasst sich zurzeit mit der arabischen Kalligraphie als Kunstform und drückt ihre Inspirationen und Emotionen kreativ als arabische Schriftmalkunst mit Stift und Papier aus. Ihre Werke und ihr Projekt WaKaN sind detailreich auf ihre Webseite www.wakan-kultur.de dargestellt. Hala baut durch die Ästhetik der arabischen Schrift Brücken zwischen Orient und Okzident.
Unter den Gästen befanden sich den Leiter der Hamburger Sektion der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft Ashraf Larbi, den Initiator der Arabischen Kulturwochen von der Universität Hamburg Dr. Mohammed Ahmed Khalifa, die Vorsitzende des Deutsch-Marokkanischen Kultur Kontaktes e.V. Dounia El Korchi und Dr. Hassan Ied von Freie Deutsch-Syrische Gesellschaft e.V.
Zum fünften Mal in Folge widmete das Maghreb-Haus e.V. seinen „Stammtisch der Kulturen“ am 13. Januar einem der ältesten nordafrikanischen Volksfeste, dem „Yennayer“.
Danke sagen wir allen, die das Neujahrfest 2973 zu einem unvergessenen Abend gemacht haben.
Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Künstlern und Künstlerinnen, Gästen, Helfern und Helferinnen, die diesen Kulturabend wieder ermöglicht haben. Vielen lieben Dank für die schönen Fotos an Jutta Höflich, Tarik Aouadi und Ralf Groeneveld. Ein besonderer Dank gilt allen, die sich bis zur Erschöpfung großartig um die kulinarische Versorgung unserer Teilnehmer gekümmert haben. Naziha, Saida, Atika, Yousef Badjadi, Kamel Hallouane und Abdessalam Bouchiba – Herzlichen Dank!



Der Stammtisch der Kulturen am 09.03.18 widmete sich geflüchteten Frauen

Zwischen Terror, Traumata und Träumen –  Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März widmete das Maghreb Haus e.V. seinen Stammtisch der Kulturen am 9. März den Frauen. Wie ist die Situation von Frauen in Kriegsgebieten und welche Perspektiven haben geflüchtete Frauen in Deutschland? Diese und andere Fragen wurden thematisiert und in einer öffentlichen Podiumsdiskussion mit syrischen Frauen diskutiert. In Kooperation mit dem Syrisch-Deutschen Frauenverein „Wir können“ und der Freien Deutsch-Syrischen Gesellschaft e.V. standen Frauen im Fokus, die zurzeit vielleicht am meisten Aufmerksamkeit benötigen.

Nach einem Film über Syrien vor Ausbruch des Krieges stellte Brigitte Wohlfahrt, Vorstandsmitglied der Freien Deutsch-Syrischen Gesellschaft, verschiedene Syrerinnen vor, die vor den Wirren des Krieges und des Terrors in ihrer Heimat nach Deutschland geflüchtet sind:

  • Verwitwet, aber nicht verbittet, hofft eine Mutter von drei Kindern, trotz bzw. mit Kopftuch wieder als Arzthelferin arbeiten zu können.
  • Eine Mathematiklehrerin und Mutter von sechs Kindern, die in Nullkommanichts Deutsch gelernt hat und mit einem charmanten „Moin“ das Auditorium begrüßte.
  • Eine Arabisch-Lehrerin, entschlossen, Geschehenes hinter sich zu lassen und ein neues Leben aufzubauen.
  • Eine ehrgeizige Frau – jung, ledig und einst erfolgreich – die sich nichts mehr wünscht als wieder in einer verantwortungsvollen Position zu arbeiten.
  • Und schließlich eine junge Dame – nach zwei Gefängnisaufenthalten und Folter unendlich stark und glücklich, sich in Freiheit für etwas engagieren zu dürfen – ein Verein, der all die Probleme der geflüchteten Frauen auffängt. An Unterstützung hierfür soll es ihr nach diesem Stammtisch der Kulturen nicht fehlen. Insbesondere von den männlichen Gästen des Abend erhielt sie viel Zuspruch!

Beim anschießenden Abendessen mit syrischen Spezialitäten standen die syrischen Frauen den Gästen für Fragen zur Verfügung.

Und auch wenn der Film über die Heimat vor dem Krieg manche Träne verursachte, herrschte im Kulturschloss Wandsbek bei Musik der Jasmin Asham Band und Danke-Tanz, eine fröhliche Stimmung. Die Jasmin Asham Band spielte klassische arabische und Tarab Musik und entführte das Publikum in eine Welt voller Rhythmus, Tanz, Leidenschaft und »Tarab« – Rausch und Genuss von Musik. 

Und zu später Stunde gab es noch ein Geburtstagsständchen für eine in der Flüchtlingsbetreuung höchst engagierte Frau und treue Freundin des Maghreb Haus e.V.; Dounia El Korchi-Buchert. Sie verwöhnte unsere Gäste mit kunstvollen, köstlichen Torten.

Abschließend dankt das Maghreb Haus dem Kulturschloss Wandsbek, dem Bezirksamt Wandsbek, dem Syrisch-Deutschen Frauenverein „Wir können“, der Freien Deutsch-Syrischen Gesellschafte.V., nametnlich Brigiite Wohlfahrt sowie Dr. Hassan Ied für die Übersetzung, der Jasmin Asham Band und allen fleißigen Helferinnen und Helfern für einen Abend im Namen der Frauen.