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Fastenbrechen für Vielfalt 2026 – Maghrebinischer Iftarabend im Kulturschloss Wandsbek

Ein maghrebinischer Iftarabend mit Musik, Kalligrafie und Poesie –  auf Einladung des Maghreb-Haus e.V. und dem Deutsch-Algerischen Kulturvereins e.V. und dank der besonderen Unterstützung von Frau Bouchra Sabil und ihrem Team erlebten am 28. Februar 2026 .rund 100 Gäste im Kulturschloss Wandsbek einen Abend voller Spiritualität, Gemeinschaft und lukullischer Genüsse.
Bei der Veranstaltung im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus kamen Menschen unterschiedliche Nationalitäten zusammen, um gemeinsam das Fastenbrechen im Ramadan, auch Iftar genannt, zu begehen.

Ab 16:45 Uhr wurden die Türen des wunderschön dekorierten Raumes mit seiner einladenden Atmosphäre für das Fastenbrechen in einem familiären Rahmen für die Gäste geöffnet. Dabei stimmte der Almuhajirin Chors Hamburg mit dem Klang islamischer Lieder und Melodien auf einen spirituellen Abend in Gemeinschaft und Freundschaft ein.

Moderation und Gäste

Zu Beginn der Veranstaltung hieß Jutta Höflich, die Moderatorin des Abends und Vorstandsmitglied des Maghreb Haus e.V. und DAKV e.V., die Gäste des maghrebinischen Iftarabends im Kulturschloss Wandsbek herzlich willkommen und stellte kurz das Programm vor, bevor Sie das Wort an den Vorsitzenden beider Vereine, Dr. Djelloul Aroui, übergab.

Ansprache von Dr. Djelloul Aroui

Nach der Begrüßung der zahlreichen Gäste, namentlich die Wandsbeker Bezirksabgeordneten Jörg Meyer (CDU-Fraktion) und Dr. Abdelmajid Layadi, Generalsekretär der EMA e.V. aus Berlin sowie Hamza der Vorsitzende des Tawasul Vereins aus Bielefeld, hob der Vorsitzende Dr. Djelloul die Bedeutung des Fastenbrechens hervor. Es sei eine Zeit der Besinnung, der Begegnung, des Miteinanders, der Versöhnung, der Solidarität und des Friedens. Der Ramadan erinnere daran, füreinander da zu sein, Mitgefühl zu zeigen und die Gemeinschaft zu stärken – gerade in einer Welt voller Herausforderungen. Ein besonderes Anliegen der Vereine sei es durch das gemeinsame Fastenbrechen ein lebendiges Miteinander zu fördern und ein klares Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt zu setzen. „Das Maghreb Haus e.V. und der Deutsch-Algerische Kulturverein e.V.  stehen gegen Rassismus und Diskriminierung ein und machen sich für eine Welt stark, in der jeder Mensch – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion oder einer Behinderung – mit Respekt und Würde behandelt wird“, so der Vorsitzende.

Fastenbrechen – Iftar

Um 17:56 Uhr ertönte der Muezzin durch Herrn Ahmad Alnaddaf. Für das Beten wurde eine Extra-Raum zur Verfügung gestellt. Das Fastenbrechen begann nach dem Adhan mit Datteln und der traditionellen Harira, die mit ihrem würzigen, reichhaltigen Geschmack die Sinne anregte und den Auftakt zu einem unvergesslichen Iftar-Erlebnis bildete. Im Anschluss lockte ein köstliches Buffet, das die Gäste in die vielfältige und raffinierte Welt der maghrebinischen Küche entführte und mit einer eindrucksvollen Auswahl an Spezialitäten die Gaumen verwöhnte. Die bunte Vielfalt an Farben und Aromen spiegelte nicht nur die kulinarische Tradition des Maghreb wider, sondern trug auch zur warmen, familiären Atmosphäre bei, die den Abend prägte.

Das Iftar-Buffet war ein wahres Fest der Sinne. Besonders hervorzuheben ist der aromatische Oliven-Tajin, dessen intensive Gewürzmischung und zarte Aromen der Oliven eine wahre Geschmacksexplosion boten. Ein süßes Quitten-Gericht, das mit seiner raffinierten Balance aus fruchtiger Süße und würzigen Noten glänzte, setzte einen weiteren geschmacklichen Höhepunkt und rundete das Buffet perfekt ab. Für herzhaften Genuss sorgten die zarten, goldbraun gebratenen Hähnchen, die zusammen mit einem frischen Burgur-Salat und einer Auswahl knackiger Salate das Buffet bereicherten. Der Safran-Reis, dessen goldene Farbe und samtiger Geschmack das gesamte Buffet veredelte, zog die Blicke der Gäste auf sich. Aber auch die traditionellen Spezialitäten wie Mtawem, Bastila und Batbout, die in perfekt aufeinander abgestimmten Aromen harmonierten, versprachen ein unvergessliches Geschmackserlebnis. Der knusprige Bourek, gefüllt mit würzigen Köstlichkeiten, fügte sich ideal in die bunte Vielfalt des Buffets ein. Der frische Minztee, mit seiner milden Süße und den duftenden Kräutern, rundete das kulinarische Erlebnis ab und verlieh dem Abend einen Hauch von Magie.

Die Vielfalt der Gerichte und die harmonische Zusammenstellung machten das Iftar-Buffet zu einem wahrhaft besonderen Erlebnis, das nicht nur den Gaumen, sondern auch das Herz erwärmte und den Abend unvergesslich machte. Ein herzliches Dankeschön gilt Frau Bouchra Sabil und ihrem Team sowie allen, die zum Buffet beigetragen haben. Durch ihre liebevolle Auswahl und Zubereitung traditioneller Speisen bereicherten sie das Fastenbrechen und schufen eine Atmosphäre des Miteinanders, die den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis machten.

Sufi-Spiritualität – Eine spirituelle Reise in die mystische Welt der Liebe mit Reiner Siehl

Im Folgenden sprach Rainer Siehl über die Bedeutung des Ramadans und die Botschaften des Sufismus im Einklang mit universellen Werten wie Toleranz, Liebe und Antidiskriminierung. Während seines Studiums der Evangelischen Theologie kam er zum ersten Mal mit den Werken Rumis in Berührung. Vor rund 20 Jahren hat er zum Islam gefunden. Heute ist er im Gesundheitswesen tätig und unterrichtet nebenbei Tai Chi, Qi Gong und Kung Fu tätig ist. In seinem Vortrag ging er insbesondere auf die heilende Wirkung des Fastenbrechens für Körper und Geist ein. Er zeigte auf, wie Sufismus und Fastenbrechen unsere heutige Lebensführung bereichern können.

Eine musikalische Reise in die Spiritualität mit dem Almuhajirin Chor Hamburg

Im Anschluss sorgte der Almuhajirin Chor Hamburg, bestehend aus Ahmad Alnaddaf, Abdulrahim Aljouja, Mahmud Al Ismail, Mohamad Al Ismail und Khaled Morad, mit seiner spirituellen   Musik für eine besondere Stimmung. Mit ihren traditionellen Nasheeds und ihrer kraftvollen Vokalmusik und rhythmischer Begleitung des Daf (Rahmentrommel) überbrachten sie musikalisch die Botschaft von Frieden, Liebe und Zusammenhalt. Mit ihren mystischen und meditativen Soundlandschaften berührten sie gleichermaßen Herz und Seele und förderten interkulturelles Verständnis.

Sufi-Dichtungen von Reiner Siehl

Als leidenschaftlicher Sufi-Dichter orientiert sich Rainer Siehl an den Werken von Rumi, Hafiz und Ibn Arabi und drückt seine Gedanken und Gefühle in der mystischen Dichtkunst aus. Nach seinem spannenden Vortrag entführte eine Auswahl seiner Sufi-Dichtungen die Gäste in die mystische Welt des Islams. Begleitet wurden die Verse von dem Perkussionsmusiker Khayrullo Dadoboev aus Tadschikistan u.a. an der Doyra (traditionelle Rahmentrommel aus Zentralasien).

Eine musikalische Reise in die Klangwelten Zentralasiens von Khayrullo Dadoboev

Von links nach rechts: Rainer Siehl, Dr. Djelloul Aroui und Khayrullo Dadoboev

Den musikalischen Höhepunkt und zugleich den stimmungsvollen Abschluss des Abends gestaltete Khayrullo Dadoboev. Der tadschikische Perkussionist und Meistertrommler, bekannt für sein virtuoses Spiel auf der Doyra und der Handpan, begeisterte das Publikum mit Gesang und seinem ausdrucksstarken Spiel auf der Doyra, einer traditionellen Rahmentrommel aus Zentralasien. Mit seiner Darbietung lud er die Gäste zu einer eindrucksvollen Reise in die Klangwelten Zentralasiens und des Orients ein und verlieh dem Abend einen würdigen und unvergesslichen Ausklang.

Unterstützung durch Frau Bouchra Sabil und ihrem Team

Frau Bouchra Sabil, die zum zweiten Mal an der Veranstaltung teilnahm, erwies sich wieder als wahre Bereicherung. Als stellvertretende Funktionsbereichsleiterin in der Zentralambulanz des UKE Hamburg engagiert sich die gebürtige Marokkanerin mit außergewöhnlichem Einsatz für zahlreiche wohltätige Projekte. Ihr Engagement und ihre Leidenschaft für die Gemeinschaft sind beeindruckend und hinterließen auch an diesem Abend einen bleibenden Eindruck. Zudem wirkte sie maßgeblich an der Programmgestaltung mit und unterstützte gemeinsam mit ihrem Team die Vorbereitung des Iftar-Buffets. Mit viel Liebe und Hingabe schmückte sie auch in diesem Jahr den Raum mit wunderschönen Ramadan-Dekorationen, die eine Atmosphäre von Wärme, Licht und Segen verbreiteten. Ihr Einsatz war auch bei diesem Iftarabend ein eindrucksvolles Beispiel für gelebte Solidarität und den kulturellen Zusammenhalt, der Menschen verbindet.

Während der gesamten Veranstaltung hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, Kunstwerke aus dem Maghreb des  gebürtigen Algerier Noureddine Kour zu bewundern. Kour, ein Vertreter der „Hurufiyya-Schule“, nutzte die arabische Sprache und Buchstaben als visuelle Kompositionselemente. Der Begriff „Hurufiyya“ stammt vom arabischen Wort „ḥurūf“ ab, was „Buchstaben“ bedeutet. Diese Kunstbewegung spielte eine zentrale Rolle in der Entwicklung der zeitgenössischen arabischen Kunst. Die Gemälde luden die Gäste ein, in die mystische Welt der arabischen Kalligrafie und die Vielfalt der algerischen Kunst einzutauchen.

Abschließend bedankte sich Dr. Aroui bei allen Beteiligten, die diese besondere Veranstaltung möglich gemacht haben. Ein großes Dankeschön ging an Frau Bouchra Sabil und ihr Team für ihre wertvolle Unterstützung und die liebevolle Gestaltung des Raumes sowie für die köstlichen Gerichte, die sie zum Buffet beigesteuert haben.

Ebenso bedankte sich der Initiator der Veranstaltung beim Almuhajirin Chor Hamburg, bei Herrn Rainer Siehl, und Kharyllo Dadobaev für ihre Beiträge und Frau Dr. Uta Schilling für die technische Unterstützung.

Ein riesiges Dankeschön an alle, die mitgeholfen haben! Eure Unterstützung bedeutet uns viel – insbesondere Mourad, Hakim, Youcef, Taha, Salaheddine, Aiman, Hicham und Ylies. Schließlich galt ein besonderer Dank den Gästen, die durch ihre Teilnahme den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. Ihre Anwesenheit und Ihr Engagement haben nicht nur das Fastenbrechen bereichert, sondern auch den interkulturellen Dialog gestärkt.
Der Abend war ein voller Erfolg, sowohl als kulturelles Event als auch als Beitrag zur interkulturellen Verständigung und zum sozialen Austausch, der ohne die Förderung der Bezirksversammlung Wandsbek nicht möglich gewesen wäre. Auch hierfür unser aufrichtiger Dank!

Wir freuen uns darauf, auch in Zukunft solche wunderbaren Veranstaltungen zu organisieren, die den Austausch zwischen Kulturen fördern, Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammenbringen und das Verständnis füreinander vertiefen.

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