Stammtisch der Kulturen im Zeichen Syriens am 09.03.18
Der Stammtisch der Kulturen steht diesmal ganz im Zeichen Syriens und fällt zeitlich mit dem Internationalen Frauentag zusammen. Der Internationale Frauentag am 8. März steht weltweit für den Kampf der Frauen für mehr Gleichberechtigung in der Gesellschaft. Das Maghreb Haus e.V. und die Freie Deutsch-Syrische Gesellschaft e.V. nehmen den Internationalen Frauentag zum Anlass, um die Situation geflüchteter Frauen in Deutschland und von Frauen in Kriegsgebieten zu thematisieren. Eine öffentliche Podiumsdiskussion mit syrischen Frauen widmet sich dem Thema „Herausforderungen und Chancen geflüchteter Frauen in Deutschland“ am Freitag, 09. März, um 19:00 Uhr im Kulturschloss Wandsbek – Moderation Brigitte Wohlfahrt. Dazu reicht die Freie Deutsch-Syrische Gesellschaft e.V. kulinarische Köstlichkeiten aus der Region zum Selbstkostenpreis. Für musikalische Unterhaltung sorgt die Jasmin Asham Band.
Podiumsdiskussion widmet sich geflüchteten Frauen
Wie ist die Situation von Frauen in Kriegsgebieten und welche Perspektiven haben geflüchtete Frauen in Deutschland? Dieser und anderen Fragen rund um das Thema „Herausforderungen und Chancen geflüchteter Frauen in Deutschland“ widmet sich eine öffentliche Podiumsdiskussion mit syrischen Frauen am Freitag, 09. März, um 19:00 Uhr im Kulturschloss Wandsbek. Moderation Brigitte Wohlfahrt, Freie Deutsch-Syrische Gesellschaft e.V.
Die Freie Deutsch-Syrische Gesellschaft e.V. engagiert sich für die Flüchtlinge und unterstützt syrische Flüchtlinge in Hamburg bei ihrer Integration in die deutsche Gesellschaft. Seit März 2011 herrscht ein Bürgerkrieg in Syrien. Die UNO schätzt, dass bereits seit Beginn des Bürgerkrieges 470.000 Tote zu beklagen sind. Inzwischen ist fast die Hälfte aller 23 Millionen Syrer auf der Flucht. In den Nachbarländern Türkei, Libanon, Jordanien, Irak und Ägypten sind über fünf Millionen Flüchtlinge registriert. Nur ein kleiner Teil von ihnen ist nach Europa geflohen. In der Bundesrepublik leben inzwischen rund zwölf Prozent aller syrischen Flüchtlinge.
Aktuell sind über 63,5 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Nach Europa gelangen nur 6 %, darunter sind mehr Männer als Frauen. Auch nach Deutschland kommen überwiegend Männer, aber immerhin ein Drittel der Geflüchteten sind Mädchen und Frauen. Durch Familiennachzug wird sich der Anteil in absehbarer Zeit weiter erhöhen, trotzdem wird die Situation weiblicher Flüchtlinge in der Öffentlichkeit bislang selten thematisiert.
Die Jasmin Asham Band
Die Jasmin Asham Band spielt klassische arabische und Tarab Musik und entführt das Publikum in eine Welt voller Rhythmus, Tanz, Leidenschaft und »Tarab« – Rausch und Genuss von Musik. Denn das arabische Wort Tarab bezeichnet eine Art von Trance, in den die Musik den Zuschauer zu versetzen sucht. Diese Musik ist ein Dauerbrenner beim arabischen Publikum und zunehmend beliebt beim deutschen und internationalen Publikum in Deutschland.
Im 2016 gegründet hat die Band mittlerweile zahlreichte Konzerte in Hamburg gegeben. Die Jasmin Band um die syrische Sängerin Najla Alabdallah bewegt und regt das Publikum zum Mitklatschen, Tanzen und Singen an. Jasmin Asham sind: Oud Spieler – Samir Charif, Sängerin – Najla Alabdalla, Keyboard Spieler – Malek Alsehel, Geige – Adam Saidani, Perkussion Spieler – Maen Alharfuosh.
Stammtisch der Kulturen
Der Stammtisch der Kulturen findet jeden 2. Freitag in jedem 2. Monat unter dem Motto „Fremde werden Freunde – Eine Initiative für Toleranz und friedliches Zusammenleben“ in Kooperation mit Kulturschloss Wandsbek statt. Er ist eine offene Plattform der Begegnung und der Unterhaltung für Menschen aller Kulturen. Er hat das Ziel, Wissen über die Werte unterschiedlicher Kulturen zu vermitteln und interkulturelle Verständigung zu fördern und bietet die Möglichkeit, gemeinsam zu essen, andere Menschen näher kennen zu lernen und miteinander ins Gespräch zu kommen – über alle Kulturgrenzen hinweg.
Der Stammtisch der Kulturen findet in einer Zeit statt, in der wir um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft kämpfen und Vorurteile gegen Menschen anderer Herkunft oder anderen Glaubens entkräften müssen. Wir sind der festen Überzeugung, dass sich unser Horizont in Begegnungen mit den Menschen anderer Kulturen weitet und sich Ängste und Vorurteile mit Begegnungen abbauen lassen. Fremde Kulturen bereichern nicht nur das Leben, sondern machen es noch bunter.
Wir laden Euch herzlich zu unserem Stammtisch der Kulturen ein. Das Maghreb Haus bedankt sich ganz herzlich bei der „Freie Deutsch-Syrische Gesellschaft e.V.“ für diese gemeinsame Veranstaltung.



Unter dem Titel „Der Humor der Ägypter“ berichtete der Dozent dem Publikum, dass man sich schon zu Zeiten der Pharaonen entlang des Nils mit Scherzen bei Laune hielt, wie despektierliche Pharaonen-Darstellungen und andere Karikaturen beweisen. Mit «Bes», der halb Zwerg und halb Löwe war, hatten die alten Ägypter sogar einen eigenen Hausgott für Frohsinn. „Wahrscheinlich haben die Ägypter so viel Humor, weil es ihnen so schlecht geht“, mutmaßte der Referent. Schließlich sagt ein arabisches Sprichwort „Die Misere bringt uns zum Lachen“. Keine Frage, das Lachen stärkt das Gemeinschaftsgefühl und hilft auch den Ägyptern von heute, mit den vielen Widersprüchen ihrer Gesellschaft zu leben. Und davon gibt es in dem Land am Nil, wo bittere Armut und protziger Reichtum, islamischer Fundamentalismus und westlicher Lebensstil so nahe beieinander existieren, reichlich.
Wissenschaftlich betrachtet dient Humor – auf arabisch fukaka – der Belustigung und Unterhaltung der Menschen und wird je nach Verständnis in die Kategorien Witz, Satire, Karikatur und Spott eingeteilt. Der islamische Gelehrte al-Isfahan (gest. 1109) schrieb, dass Lachen zu den Besonderheiten des Menschen gehört und zwar darum, weil es aus Verwunderung erfolgt, und Verwunderung nur aus Nachdenken erfolgt, und das Denken unterscheidet den Menschen von den Tieren. Das Humorverständnis findet sich nach dem berühmten deutsch-amerkianischen Orientalisten Franz Rosenthal (1914-2003) auch in der muslimischen Literatur wieder. Interessanterweise definieren frühere muslimische Autoren keinen exakten Humorbegriff, stattessen diskutieren sie die psychologischen Ursachen des Lachens. 



Für den musikalischen sorgten der Tunesier Adam Saidani, der Iraker Ali Shibly und der junge Musiker Ahmed Musel aus den Irak. Die große Überraschung war der junge Musiker Samy Saidani (Sohn von Adam Saidani), der spontan und hervorragend klavier gespielt hat.


















Die große Überr
aschung des Abends war sehr musikalisch und poetisch. Er wurden irakische Gedichte vorgetragen und Volkslieder gesungen. Alle Lieder wurden von Keyboard begleitet. Die Keyboardspieler Malek Alsehel und Malek Chehbischat spielten bis zum Schluss mit einer unglaublich ansteckenden Freude, einem sagenhaften Temperament und und energiegeladener Bühnenpräsenz.