Stammtisch der Kulturen im Zeichen Syriens am 09.03.18

Der Stammtisch der Kulturen steht diesmal ganz im Zeichen Syriens und fällt zeitlich mit dem Internationalen Frauentag zusammen. Der Internationale Frauentag am 8. März steht weltweit für den Kampf der Frauen für mehr Gleichberechtigung in der Gesellschaft. Das Maghreb Haus e.V. und die Freie Deutsch-Syrische Gesellschaft e.V. nehmen den Internationalen Frauentag zum Anlass, um die Situation geflüchteter Frauen in Deutschland und von Frauen in Kriegsgebieten zu thematisieren. Eine öffentliche Podiumsdiskussion mit syrischen Frauen widmet sich dem Thema „Herausforderungen und Chancen geflüchteter Frauen in Deutschland“ am Freitag, 09. März, um 19:00 Uhr im Kulturschloss Wandsbek – Moderation Brigitte Wohlfahrt. Dazu reicht die Freie Deutsch-Syrische Gesellschaft e.V. kulinarische Köstlichkeiten aus der Region zum Selbstkostenpreis. Für musikalische Unterhaltung sorgt die Jasmin Asham Band. 

Podiumsdiskussion widmet sich geflüchteten Frauen

Wie ist die Situation von Frauen in Kriegsgebieten und welche Perspektiven haben geflüchtete Frauen in Deutschland? Dieser und anderen Fragen rund um das Thema „Herausforderungen und Chancen geflüchteter Frauen in Deutschland“ widmet sich eine öffentliche Podiumsdiskussion mit  syrischen Frauen am Freitag, 09. März, um 19:00 Uhr im Kulturschloss Wandsbek. Moderation Brigitte Wohlfahrt, Freie Deutsch-Syrische Gesellschaft e.V. 

Die Freie Deutsch-Syrische Gesellschaft e.V. engagiert sich für die Flüchtlinge und unterstützt syrische Flüchtlinge in Hamburg bei ihrer Integration in die deutsche Gesellschaft.  Seit März 2011 herrscht ein Bürgerkrieg in Syrien. Die UNO schätzt, dass bereits seit Beginn des Bürgerkrieges 470.000 Tote zu beklagen sind. Inzwischen ist fast die Hälfte aller 23 Millionen Syrer auf der Flucht. In den Nachbarländern Türkei, Libanon, Jordanien, Irak und Ägypten sind über fünf Millionen Flüchtlinge registriert. Nur ein kleiner Teil von ihnen ist nach Europa geflohen. In der Bundesrepublik leben inzwischen rund zwölf Prozent aller syrischen Flüchtlinge.

Aktuell sind über 63,5 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Nach Europa gelangen nur 6 %, darunter sind mehr Männer als Frauen. Auch nach Deutschland kommen überwiegend Männer, aber immerhin ein Drittel der Geflüchteten sind Mädchen und Frauen. Durch Familiennachzug wird sich der Anteil in absehbarer Zeit weiter erhöhen, trotzdem wird die Situation weiblicher Flüchtlinge in der Öffentlichkeit bislang selten thematisiert.

Die Jasmin Asham Band

Die Jasmin Asham Band spielt klassische arabische und Tarab Musik und entführt das Publikum in eine Welt voller Rhythmus, Tanz, Leidenschaft und »Tarab« – Rausch und Genuss von Musik. Denn das arabische Wort Tarab bezeichnet eine Art von Trance, in den die Musik den Zuschauer zu versetzen sucht. Diese Musik ist ein Dauerbrenner beim arabischen Publikum und zunehmend beliebt beim deutschen und internationalen Publikum in Deutschland.
Im 2016 gegründet hat die Band mittlerweile zahlreichte Konzerte in Hamburg gegeben. Die Jasmin Band um die syrische Sängerin Najla Alabdallah bewegt und regt das Publikum zum Mitklatschen, Tanzen und Singen an. Jasmin Asham sind: Oud Spieler – Samir Charif, Sängerin – Najla Alabdalla, Keyboard Spieler – Malek Alsehel, Geige – Adam Saidani, Perkussion Spieler – Maen Alharfuosh.

Stammtisch der Kulturen

Der Stammtisch der Kulturen findet jeden 2. Freitag in jedem 2. Monat unter dem Motto „Fremde werden Freunde – Eine Initiative für Toleranz und friedliches Zusammenleben“ in Kooperation mit Kulturschloss Wandsbek statt. Er ist eine offene Plattform der Begegnung und der Unterhaltung für Menschen aller Kulturen. Er hat das Ziel, Wissen über die Werte unterschiedlicher Kulturen zu vermitteln und interkulturelle Verständigung zu fördern und bietet die Möglichkeit, gemeinsam zu essen, andere Menschen näher kennen zu lernen und miteinander ins Gespräch zu kommen – über alle Kulturgrenzen hinweg.

Der Stammtisch der Kulturen findet in einer Zeit statt, in der wir um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft kämpfen und Vorurteile gegen Menschen anderer Herkunft oder anderen Glaubens entkräften müssen. Wir sind der festen Überzeugung, dass sich unser Horizont in Begegnungen mit den Menschen anderer Kulturen weitet und sich Ängste und Vorurteile mit Begegnungen abbauen lassen. Fremde Kulturen bereichern nicht nur das Leben, sondern machen es noch bunter.

Wir laden Euch herzlich zu unserem Stammtisch der Kulturen ein. Das Maghreb Haus bedankt sich ganz herzlich bei der „Freie Deutsch-Syrische Gesellschaft e.V.“ für diese gemeinsame Veranstaltung.

 



Die AKTIVOLI-Freiwilligenbörse am 11. Februar 2018

Wir waren mit am Start auf der AKTIVOLI-Freiwilligenbörse und machten auf unseren Maghreb Haus e.V. aufmerksam. Die AKTIVOLI-Freiwilligenbörse fand am 11. Februar 2018 statt, erneut in den Börsensälen der Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1.  Die AKTIVOLI-FreiwilligenBörse ist eine der größten Plattformen für bürgerschaftliches Engagement in Norddeutschland. Einmal im Jahr bringt die AKTIVOLI gemeinnützige Organisationen und Engagementinteressierte zusammen. 

Wir haben viele Gespräche mit Interessierten führen können. Einige Besucher interessierten sich für unseren regelmäßigen Stammtisch der Kulturen. In mehreren Gesprächen haben wir viele Menschen für unsere Projekte begeistern können und hoffen, dass wir den einen oder anderen bald in einem unseren Einsätze wiedersehen.

 




Stammtisch der Kulturen im Zeichen Algeriens am 12.01.18

Der Stammtisch der Kulturen steht dieses mal ganz im Zeichen Algeriens. Der gebürtige Marokkaner, wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktorand am Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Münster Ali Ghandour hält einen Vortrag zum Thema „Toleranz in der islamischen Mystik“ und zeigt auf, wie man heute von den algerischen Sufi-Meistern lernen kann, um das Potential der islamischen Mystik für ein friedliches Zusammenleben in Deutschland auszuschöpfen.

Dieses mal fällt der Stammtisch der Kulturen zeitlich mit Yennayer 2968 – das Neujahr der Imazighen (Ureinwohner Nordafrikas) zusammen. Aus diesem Anlass wird Dr. Aroui,  Vorsitzender des Maghreb Haus e.V., kurz über die Geschichte und Tradition des Yennayer berichten und werden wir mit Ihnen das Neujahrsfest der Imazighen feiern. Dazu reicht das Maghreb Haus e.V. kulinarische Köstlichkeiten aus der Region zum Selbstkostenpreis. Für musikalische Unterhaltung sorgen Adam und Samy Saidani.

Vortrag zum Thema „Toleranz in der islamischen Mystik“

Während überall im Lande die Negativschlagzeilen über den Islam die Runde machen, wird allzuleicht übersehen, wie viele Muslime sich um ein friedfertiges gesellschaftliches Zusammenleben bemühen. Besonders der Sufismus mit seiner innigen Spiritualität zeichnet dieses Bild eines dialogisch offenen Islam. Eine erstaunliche Rolle spielt die überwiegend in Algerien und Frankreich beheimatete Sufi-Gemeinschaft der Alawiyya, die auch einen Zweig in der Schweiz und in Deutschland haben. Diese Art von islamischen Mystik kann durch ihre Offenheit, Toleranz, pluralistische Auffassung von Religion, der Liebe zu Menschen, jenseits aller ihrer religiösen, kulturellen und ethnischen Verbindung, und ferner durch ihr Plädoyer für einen solidarischen und friedlichen Umgang mit den Menschen, den Muslimen hierzulande und überall auf der Welt dem Weg zur Integration ebnen. Dasselbe gilt ebenso für andere Richtungen des Islam, denen Musliminnen und Muslime verbunden sind, die sich als Teil der deutschen Gesellschaft verstehen und sich ihr verpflichtet fühlen.

In seinem Vortrag zeigt Ali Ghandour auf, wie der Sufismus in Algerien und im Maghreb zum Zusammenhalt der Gesellschaft und zum friedlichen und toleranten Zusammenleben der Menschen trägt. Seit dem 12. Jahrhundert gibt es dort Sufi-Bruderschaften, den sogenannten Zaouias, die eine spirituelle und auch soziale Rolle spielen. Von dem Sufi-Heiliger des 12. Jahrhunderts und Vater des maghrebinischen Sufismus Sidi Bumadyan (1126 – 1198) über den Mystiker, Emir von Algerien, Freiheitskämpfer und Christenretter des 19. Jahrhunderts Abdelkader Al Djazairi (1808 – 1883) bis hin zum Sufi-Heiliger des 20. Jahrhunderts und Gründer des modernen Alawiyya-Ordens in Mostaganem im Norden Algeriens Scheich Ahmed Al-Alawi (1869-1934) und dessen aktuellen spirituellen Lehrmeister Scheich Khaled Bentounes eröffnet der Vortragende Einblicke in die faszinierende Welt der islamischen Mystik. Denn zu den ethischen Werten, denen sich die Sufis verpflichtet fühlen und die ihre Tradition charakterisieren, gehören Einsichten und Verhaltensweisen, die in westlichen Übersichtswerken gerne pointiert als Ausdruck von Liberalität, Freiheitsdrang, Friedenswillen und Toleranz kategorisiert werden. In diesem Sinne kann ein Sufi als muslimischer Humanist bezeichnet werden.

Der Alawiyya Orden ist heute weltweit in der AISA (Association Internationale Soufie Alawiyya) organisiert. Eines der Hauptziele von AISA ist die Förderung der Friedenskultur und des Zusammenlebens. Im Juni 2014 wurde AISA von den Vereinten Nationen als NGO anerkannt und hat seitdem den Sonderberaterstatus im Wirtschafts- und Sozialrat der UNO. Frieden, Gleichberechtigung der Geschlechter und ein Dialog der Religionen sind ihre Anliegen. Der aus Algerien stammende und aktuelle spirituelle Lehrmeister des Alawiyya-Ordens Scheich Khaled Bentounes ist Schriftsteller, Pädagoge, Mitglied im Weltkongress der Rabbiner und Imame – und Friedensbotschafter. 

Yennayer – das Neujahrsfest der Imazighen

„Assguass Amggaz!“ oder „Assguass Ambarki(Frohes Neues Jahr!) lautet ein Neujahrswunsch auf Tamazight, einer der wichtigsten Berbersprachen im Maghreb. 

Im Berber-Kalender fällt Neujahr, also der 1. Yennayer, auf den 13. oder 14. Januar gregorianisch und in diesem Jahr begingen die Imazighen das Jahr 2968. Das traditionsverankerte Neujahrsfest „Yennayer“ wird seit der Antike und auch heute noch in den Maghreb und auch von den Maghrebiner im Ausland gefeiert. So wird in Algerien am 12. Januar und in Marokko und Tunesien am 13. Januar in das neue Jahr hineingefeiert. Die Jahreszählung der Berber geht zurück auf die Thronbesteigung des „libyschen“ (berberischen)  Pharao Scheschonq I. in Ägypten (22. Dynastie) im Jahre 950 v. Chr. In diesem Jahre führte der Berberkönig Scheschonq I. einen Feldzug gegen die Pharaonen in Ägypten und besiegte sie. Seitdem wurde dieser Tag mit dem Beginn der Landwirtschaft zusammengeführt und gefeiert. Gleichzeitig dient aber auch unter anderem nach heidnischem Brauch der Natur zu ehren und den Winter zu vertreiben.

Der Berber-Kalender ist ein alter, agrarischer Sonnenkalender, der auch „fellahi“ „bäuerlich“ genannt wird. Der Kalender ist ein später Abkömmling des von Julius Cäsar 45 v.Chr. eingeführten Julianischen Kalenders, was auch bereits die Datendifferenz von 12 bis 14 Tagen vermuten lässt. Dieser Kalender wurde während der Römischen Herrschaft auch in der Provinz Africa eingeführt und blieb nach der muslimischen Eroberung im 7. J.H. wegen seiner Orientierung an der Jahreszeiten insbesonderer für die Landwirtschaft bedeutsam. Die Anzahl der Tage in den Monaten, 30 oder 31, entspricht dem der Gregorianischen Monate und der 29. Februar ist alle vier Jahre Schalttag. Aber die Reformen des Gregorianischen Kalenders – mit seinen Schaltjahrsausnahmen – machte der nordafrikanische Bauernkalender nicht mit – daher rührt die oben angesprochene Differenz.

Stammtisch der Kulturen

Der Stammtisch der Kulturen findet jeden 2. Freitag in jedem 2. Monat unter dem Motto „Fremde werden Freunde – Eine Initiative für Toleranz und friedliches Zusammenleben“ in Kooperation mit Kulturschloss Wandsbek statt. Er ist eine offene Plattform der Begegnung und der Unterhaltung für Menschen aller Kulturen. Er hat das Ziel, wissen über die Werte unterschiedlicher Kulturen zu vermitteln und interkulturelle Verständigung zu fördern und bietet die Möglichkeit, gemeinsam zu essen, andere Menschen näher kennen zu lernen und miteinander ins Gespräch zu kommen – über alle Kulturgrenzen hinweg.

Der Stammtisch der Kulturen findet in einer Zeit statt, in der wir um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft kämpfen und Vorurteile gegen Menschen anderer Herkunft oder anderen Glaubens entkräften müssen. Wir sind der festen Überzeugung, dass sich unser Horizont in Begegnungen mit den Menschen anderer Kulturen weitet und sich Ängste und Vorurteile mit Begegnungen abbauen lassen. Fremde Kulturen bereichern nicht nur das Leben, sondern machen es noch bunter.

Wir laden Euch herzlich zu unserem Stammtisch der Kulturen ein.

 
 

 




Stammtisch der Kulturen im Zeichen Ägyptens am 10.11.17

November-Stammtisch der Kulturen im Zeichen des Lachens – „Der Humor der Ägypter“ mit Dr. Mohammed Khalifa (Universität Hamburg) 

Die Libanesen sind in der arabischen Welt für ihre exquisite Küche berühmt, die Palästinenser für ihren Kampfgeist und die Syrer für ihre fingerfertigen Kunsthandwerker. Doch wenn es um die besten Witze geht, so würde es kaum ein Araber wagen, den Ägyptern den ersten Platz streitig zu machen. Warum ? – das Maghreb Haus wollte es genauer wissen und lud den aus Kairo stammenden Dr. Mohammed Khalifa zum Stammtisch der Kulturen am 10. November ins Kulturschloss Wandsbek ein. Dr. Mohammed Khalifa unterrichtet seit 2002 klassisches Hocharabisch, Ägyptisch-Arabisch und arabische Landeskunde an der Universität Hamburg in der Abteilung Geschichte und Kultur des Vorderen Orient.
Unter dem Titel „Der Humor der Ägypter“ berichtete der Dozent dem Publikum, dass man sich schon zu Zeiten der Pharaonen entlang des Nils mit Scherzen bei Laune hielt, wie despektierliche Pharaonen-Darstellungen und andere Karikaturen beweisen. Mit «Bes», der halb Zwerg und halb Löwe war, hatten die alten Ägypter sogar einen eigenen Hausgott für Frohsinn. „Wahrscheinlich haben die Ägypter so viel Humor, weil es ihnen so schlecht geht“, mutmaßte der Referent. Schließlich sagt ein arabisches Sprichwort „Die Misere bringt uns zum Lachen“. Keine Frage, das Lachen stärkt das Gemeinschaftsgefühl und hilft auch den Ägyptern von heute, mit den vielen Widersprüchen ihrer Gesellschaft zu leben. Und davon gibt es in dem Land am Nil, wo bittere Armut und protziger Reichtum, islamischer Fundamentalismus und westlicher Lebensstil so nahe beieinander existieren, reichlich.
Betrachten wir jedoch zunächst den Ursprung des Humors. Im Koran (Vers 53; 44-45) heißt es über den Schöpfer „Er ist es, der zum Lachen und zum Weinen bringt, und Er ist es, der sterben lässt und wiederbelebt.“ Somit wurde das Lachen dem Leben und das Weinen dem Tod gegenübergestellt.
Wissenschaftlich betrachtet dient Humor – auf arabisch fukaka – der Belustigung und Unterhaltung der Menschen und wird je nach Verständnis in die Kategorien Witz, Satire, Karikatur und Spott eingeteilt. Der islamische Gelehrte al-Isfahan (gest. 1109) schrieb, dass Lachen zu den Besonderheiten des Menschen gehört und zwar darum, weil es aus Verwunderung erfolgt, und Verwunderung nur aus Nachdenken erfolgt, und das Denken unterscheidet den Menschen von den Tieren. Das Humorverständnis findet sich nach dem berühmten deutsch-amerkianischen Orientalisten Franz Rosenthal (1914-2003) auch in der muslimischen Literatur wieder. Interessanterweise definieren frühere muslimische Autoren keinen exakten Humorbegriff, stattessen diskutieren sie die psychologischen Ursachen des Lachens. Die berühmteste Narrenfigur in der muslimischen Welt ist Goha aus dem 13./14. Jahrhundert, das Pendant zu Till Eulenspiegel. Seine Witze erzählt man sich bis in die Gegenwart; oft dienen sie als Einstieg für ernsthafte Gespräche dienen. Bei allem Sinn für Humor gilt es jedoch Vorsicht zu wahren. Bereits der persisch islamische Theologe, Philosoph und Mystiker Ghazali (1058-1111), der bis heute zu den bedeutendsten religiösen Denkern des Islams zählt, mahnte die Verantwortung an, die man für das trägt, was man sagt. Lachen und Scherzen erfordert Taktgefühl, damit man nicht versehentlich andere verletzt.
Neben den traditionell sehr beliebten Scherzen über die Bewohner Öberägyptens (Saidis), die in der ägypttischen Lachkultur eine ähnliche Rolle spielen wie die Ostfriesen in Deutschland, haben politische Witze Hochkonjunktur. Dies machte der Referent anhand diverser Protestplakate, die ihm der anwesende Khaled Suleiman, während des Arabischen Frühlings direkt vom Tahrirplatz schickte. Und auch über die aktuelle Regierung sowie insbesondere das Gesundheitssystem scherzen die Ägypter oft und gerne.

Abschließend zeigte der Referent den WDR-Film „Sprachprobleme“, der deutlich machte, zu welchen belustigenden Irrtümern die falsche Aussprache eine Sprache führen.

 
 Anschließend wurde Spezialitäten aus Ägypten, Bamia (ein Gericht aus Okraschoten) und Mulukhiyah (grüne Suppe aus der Blätter der langkapseligen Jute), serviert und dabei weiter gelacht, die liebevoll von dem Ägypter Sayid zubereitet wurden. Für den musikalischen sorgten der Tunesier Adam Saidani, der Iraker Ali Shibly und der junge Musiker Ahmed Musel aus den Irak. Die große Überraschung war der junge Musiker  Samy Saidani (Sohn von Adam Saidani), der spontan und hervorragend klavier gespielt hat.

Das Maghreb Haus e.V. bedankt sich ganz herzlich für die Unterstützung beim Bezirksamt Wandsbek und Kulturschloss Wandsbek und bei  allen Mitwirkenden und Helfern für das gute Gelingen dieser schönen Veranstaltung.

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Naceur-Charles Aceval zu Gast im Kulturschloss in Hamburg Wandsbek

„Die Menschen kommen, die Menschen gehen! Allein das Wort reist und bleibt und erreicht immer sein Ziel.

Heute Abend ist es hier angekommen“, – bereits durch seine Begrüßung zog Naceur-Charles Aceval das Publikum im Kulturschloss Wandsbek am 5. November 2017 in seinen Bann. 

Bereits im Mai 2016 hatte der 1951 in Algerien geborene Autor und Märchenerzähler auf Einladung von Maghreb-Haus e.V. das Hamburger und Lübecker Publikum begeistert, und auch an diesem Abend sollte Berberzelt-Atmosphäre die Gäste im Kulturschloss Wandsbek verzaubern. Diesmal hatte der seit 1974 in Deutschland lebende Sohn einer Nomadenfrau der Ouded Sidi-Khaled aus der Region Tiaret und eines baskischen Siedlers sein druckfrisches Werk „Der Erzähler von Algier“ im Gepäck. Der Fokus seines dritten Werkes sind Erzählungen um die Themen Weisheit, Liebe, Macht und Spiritualität, welche der Erzähler direkt aus dem Mund seiner Mutter gehört und die ihn von Kindheit an tief geprägt haben. Gemäß der algerischen Erzähltradition durch Frauen las Aceval die ausgewählten Märchen nicht etwa vor, sondern stand zu seiner „weiblichen Seite“ und gab dem Publikum mit seiner Mimik und Gestik sowie mit Witz und Charme eine Kostprobe seines schauspielerischen Talents. 
Über die Geschichte von Hachaschi, dem Lügner, über den Zauberer von Fes bis zu der Erzählung vom Kaufmann und seinem Papagei entführte der Erzähler das Publikum in eine Welt universeller Wahrheiten, wie z. B. der Tatsache, dass ein Leben ohne Freiheit kein Leben ist.

Dabei durfte natürlich Acevals Lieblingsmärchen Habra, die einen veritablen Berberlöwen als Adoptivvater hat,  nicht fehlen. Die Quintessenz der rührenden Liebesgeschichte: Verletzung durch Worte heilen nie.
Dass Worte jedoch auch heilen können – das ist Acevals tiefste Überzeugung. Mit seinem authentischen Einblick in die arabische und maghrebinischen Kultur versucht der Autor und Erzähler in diesen Tagen der Missverständnisse zwischen „westlicher“ und „orientalischer“ Weltsicht eine Brücke zwischen den angeblich so unterschiedlichen Kulturen zu bauen. Begleitet wurde er von dem tunesischen Musiker Adam Saidani an der Oud, Geige und auf der Flöte. Nach der Märchenstunde signierte Aceval seine Bücher, die reißenden Absatz fanden. Anschließend gab es für die Gäste, unter ihnen Dr. Hassan Ied von der Freien Deutsch-Syrischen Gesellschaft e.V., beim gemeinsamen Couscous-Essen Gelegenheit zum Austausch mit dem Autor sowie mit dem Illustrator Bendix Bauer aus Berlin. Zum Ausklang des Abends im Zeichen der Völkerverständigung verzauberte nochmals Adam Saidani die Gäste mit orientalischen Klängen.

Das Buch „Der Erzähler von Algier“ ist im Oktober 2017 im Papermoon-Verlag erschienen, kostet 14,50 € und kann derzeit beim Papermoon-Verlag oder direkt bei Naceur-Charles Aceval bestellt werden.

Das Maghreb Haus e.V. bedankt sich ganz herzlich für die Unterstützung beim Bezirksamt Wandsbek und Kulturschloss Wandsbek und bei  allen Mitwirkenden und Helfern für das gute Gelingen dieser schönen Veranstaltung.

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Stammtisch der Kulturen im Zeichen Ägyptens am 10.11.17

Der Stammtisch der Kulturen steht dieses mal ganz im Zeichen Ägyptens. Der gebürtige Ägypter und Hamburger Universitätsdozent für Arabistik und Islamwissenschaft Dr. Mohammed Khalifa hält einen kurzen Vortrag zum Thema „Humor der Ägypter“.

Die Völker lachen nicht nur über unterschiedliche Dinge, sie benutzen Humor auch, um den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen. Jedes Land hat einen Witzbold, der den Charakter des Volkes widerspiegelt. Witze haben eine lange Tradition in arabischen Autokratien und Diktaturen. Humor dient deshalb im arabischen Raum als Ventil, durch das das Unerlaubte zensurfrei reflektiert werden kann. Die Ägypter sind bekannt für ihre Vorliebe für Wortspiele und Witze. In seinem Vortrag zeigt Dr. Mohammed Khalifa die Funktion des Humors im Alltag der Ägypter und die positive Wirkung von Humor auf die ägyptische Gesellschaft.

Im Anschluss an den Vortrag gibt es kulinarische Köstlichkeiten aus der Region zum Selbstkostenpreis und Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Für musikalische Unterhaltung sorgen Ali Shibly und Adam Saidani.

Der Stammtisch der Kulturen findet jeden 2. Freitag in jedem 2. Monat unter dem Motto „Fremde werden Freunde – Eine Initiative für Toleranz und friedliches Zusammenleben“ in Kooperation mit Kulturschloss Wandsbek statt. Er ist eine offene Plattform der Begegnung und der Unterhaltung für Menschen aller Kulturen. Er hat das Ziel, wissen über die Werte unterschiedlicher Kulturen zu vermitteln und interkulturelle Verständigung zu fördern und bietet die Möglichkeit, gemeinsam zu essen, andere Menschen näher kennen zu lernen und miteinander ins Gespräch zu kommen – über alle Kulturgrenzen hinweg.

Der Stammtisch der Kulturen findet in einer Zeit statt, in der wir um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft kämpfen und Vorurteile gegen Menschen anderer Herkunft oder anderen Glaubens entkräften müssen. Wir sind der festen Überzeugung, dass sich unser Horizont in Begegnungen mit den Menschen anderer Kulturen weitet und sich Ängste und Vorurteile mit Begegnungen abbauen lassen. Fremde Kulturen bereichern nicht nur das Leben, sondern machen es noch bunter.

Wir laden Euch herzlich zu unserem Stammtisch der Kulturen ein.




Lesung mit Naceur-Charles Aceval am 05.11.2017 im Kulturschloss in Hamburg Wandsbek

Der Geschichtenerzähler und Autor Naceur-Charles Aceval, Sohn einer algerischen Nomadenfamilie, ist im Kulturschloss in Hamburg Wandsbek zu Gast und entführt uns an diesem Abend mit seinen Geschichten und Weisheiten auf authentische Art in die Märchenwelt des Maghreb. Er liest und erzählt in bester maghrebinischer Tradition märchenhafte und nachdenkliche Geschichten aus der Welt der Nomaden und dem Nomadenzelt seiner Kindheitstage und Vorfahren mit Charme und Humor. Der Musiker Adam Saidani wird seine Geschichten mit dem magischen Klang der Oud umrahmen. Dazu reicht das Maghreb Haus e.V. zum Selbstkostenpreis maghrebinische Köstlichkeiten.

Der Musiker Adam Saidani

Wann? Sonntag, 05.11. 19:00 Uhr

Wo? Kulturschloss WandsbekKönigsreihe 4, 22041 Hamburg

Eintritt 10 / 7 €

Couscous, Minztee und Gebäck: 8 €

Reservierung: (begrenzte Teilnehmerzahl), Tel: 040 – 68 28 54 55, Handy: 0152-33775808 oder info@maghreb-haus.de

Flyer herunterladen und auch gerne weiter verteilen.

Lassen Sie sich in gemütlicher Atmosphäre beim magischen Klang der Oud und bei maghrebinischen Spezialitäten von Naceur Charles Aceval in die Märchenwelt des Maghreb entführen. Lauschen Sie an diesem Abend der Stimme eines authentischen Märchenerzählers.

Die Helden, die aus Acevals warmer Stimme entspringen, nehmen die Zuhörer schnell mit in das Leben der Nomaden und früheren Karawanen. Es sind die Geschichten und Märchen seiner Kindheit in den Hochebenen Algeriens, zwischen Meer und Wüste, zwischen Nomaden und Seßhaften, die direkt aus der mündlichen Erzähltradition des Maghreb entstammen. 

Aceval lässt sein Publikum an dieser Tradition teilhaben, in der das gesprochene Wort magische Eigenschaften besitzt und versetzt sie in eine Zeit, in der die Geschichten noch nicht in eine feste literarische Form gebracht waren, sondern ihre jeweilige Gestalt der Stimmung, dem Geschick und auch der Laune des Vortragenden verdankten.

Die Lesung mit Naceur Charles Aceval eröffnet den Zuhörern die Möglichkeit, die Volksweisheiten der Nomaden kennen zu lernen und gibt den Zuhörern Geschichten in die Hand, die ihnen für ihr Leben wertvolle Gedankenanstöße liefern können. „Der Weg zur Macht führt durch die Paläste, der zum Reichtum durch die Basare. Der Weg zur Weisheit aber führt durch die Wüste“ – das besagt zumindest ein arabisches Sprichwort.
Märchen sind in der heutigen Zeit der Kriege, Vertreibungen und des Terrorismus ein nachhaltiges Mittel, um ethische Werte, wie Toleranz, Völkerverständigung und Hilfsbereitschaft in Erinnerung zu rufen und in die Tat umzusetzen. Denn Märchen verbinden seit jeher Menschen, Generationen, Völker und Kulturen und dienen als Mittler von Werten zwischen Kulturen und Welten. Die Märchen der Welt zeigen uns, dass wir keine Angst vor „Fremdem“ und „Neuem“ haben müssen, sondern mit Neugierde das kennenlernen sollten, was die anderen mit sich bringen.

Über den Geschichtenerzähler und Autor:

Naceur Charles Aceval ist in den 1950ern in Algerien in einer Nomadenfamilie geboren und aufgewachsen. Als junger Mann kam er nach Deutschland und ist ein ganz besonderer und authentischer Märchenerzähler. Er verbrachte seine Kindheit in den Nomadenzelten der Familie seiner Mutter und sammelte am Rande der Sahara sein mündliches Repertoire an spannenden Märchen, interessanten Legenden, lustigen Rätseln und nachdenklich stimmenden Weisheitsgeschichten, die ihm die Mutter und die Großmutter in seiner Kindheit im Nomadenzelt erzählten und die er bis heute wie einen Schatz hütet. Die spannendsten, aufregendsten, lustigsten und nachdenklichsten Geschichten und Märchen hat er zu einem faszinierenden Ganzen gebündelt und in einer Reihe von Büchern beim Papermoon-Verlag herausgebracht. Aceval folgt mit seiner Erzählkunst dem Vorbild seiner Mutter und Großmutter, die beim algerischen Nomadenstamm Ouled Sidi Khaled als Erzählerinnen fungierten. Er erzählt in bester maghrebinischer Tradition märchenhafte und nachdenkliche Geschichten aus der Welt der Nomaden und dem Nomadenzelt seiner Kindheitstage und Vorfahren im algerischen Dialekt, auf Französisch und auf Deutsch mit Charme und Humor und schlägt mit seiner Erzählkunst eine Brücke zwischen dem Maghreb und Europa – ein Mittler zwischen Kulturen.




Stammtisch der Kulturen am 08.09.2017 im Zeichen des Maghreb

Der Stammtisch steht dieses mal ganz im Zeichen des Maghreb. Wir zeigen Ihnen einen kurzen Dokumentarfilm auf Deutsch über den Maghreb. Nach dem Film und Diskussion gibt es kulinarische Köstlichkeiten zum Selbstkostenpreis. Für entspannte orientalische Atmosphäre sorgt Ali Shibly (Oud und Gesang).

Der kurze Film ist eine gute Grundlage für Dialog und Austausch über die kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt des Maghreb,  die größte Heimat vielfältiger Kulturen und vieler Völker auf den alten Kontinent, und gibt kurze Einblicke in mehr als 3000 Jahre Geschichte. 

Die Kultur des Maghreb ist sehr bunt und unverwechselbar. Auf dem Boden des heutigen Maghreb haben sich unterschiedliche Kulturen über die Jahrtausende vermischt und gegenseitig beeinflusst. Zahlreiche Zivilisationen von den Phöniziern, Römern und Byzantinern über den Arabern und den Mauren bis hin zu den Türken und den Europäern haben im ursprünglichen Land der Berber ihre Spuren hinterlassen, die sich noch heute in den Ortsnamen und Baustilen bemerkbar machen und in Monumenten und Museen, aber auch in den Gesichtern der Menschen, Traditionen und Bräuche zu sehen sind.

Der Maghreb, das sind die Länder des westlichen Mittelmeers und der „untergehenden Sonne“. Dieser umfasst heute im Kern Marokko, Algerien und Tunesien, im weiteren Sinn auch Libyen und Mauretanien, die aufgrund ihrer Geographie und Geschichte viele Gemeinsamkeiten haben. Als Maghreb, „Westen“, bezeichneten die arabischen Eroberer des 7. Jahrhunderts die Landmasse zwischen Libyscher Wüste und Atlantischer Küste. Das Gegenstück zum Maghreb ist der Maschrek und ist die Bezeichnung für Osten, das sind die Länder des östlichen Mittelmeerraums und der „aufgehenden Sonne“: im Einzelnen die Staaten Ägypten, Palästina/Israel, Jordanien, Libanon, Syrien und Irak. Mehr über den Maghreb erfahren Sie hier.

Der Stammtisch der Kulturen hat das Ziel, wissen über die Werte unterschiedlicher Kulturen zu vermitteln und interkulturelle Verständigung zu fördern.

Der Stammtisch der Kulturen findet seit September 2016 unter dem Motto „Fremde werden Freunde – Eine Initiative für Toleranz und friedliches Zusammenleben“ in Kooperation mit Kulturschloss Wandsbek statt. Er ist eine offene Plattform der Begegnung und der Unterhaltung für Menschen aller Kulturen und bietet die Möglichkeit, gemeinsam zu essen, andere Menschen näher kennen zu lernen und miteinander ins Gespräch zu kommen – über alle Kulturgrenzen hinweg.

Der Stammtisch der Kulturen findet in einer Zeit statt, in der wir um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft kämpfen und Vorurteile gegen Menschen anderer Herkunft oder anderen Glaubens entkräften müssen. Wir sind der festen Überzeugung, dass sich unser Horizont in Begegnungen mit den Menschen anderer Kulturen weitet und sich Ängste und Vorurteile mit Begegnungen abbauen lassen. Fremde Kulturen bereichern nicht nur das Leben, sondern machen es noch bunter.

Wir laden Euch herzlich zu unserem Stammtisch der Kulturen ein.




Das Konzert für Toleranz am 26 August 2017

Das Konzert Für Toleranz fand am 26.08.2017 statt und war mit mehr als 5000 Besucher ein voller Erfolg. Das Maghreb Haus e.V. war mit dabei.

Die Live-Musik war toll, die Stimmung und Atmosphäre waren sehr gemütlich, die Gerichte aus aller Welt waren sehr bunt und lecker, das Wetter hat mitgespielt und der Veranstaltungsort hätte besser nicht sein können.

Das Maghreb Haus e.V. bedankt sich ganz herzlich beim Orga-Team, insbesondere bei Frau Adolphs und Frau Herrmann, beim Kulturschloss Wandsbeck, bei allen Bündnispartnern, Mitwirkenden und Helfern für das gute Gelingen des zweiten Konzertes für Toleranz 2017. Unser Dank gilt auch allen Bands und Musikern sowie DJ Bügelbrett Murat Tözel für die tolle Musik und super Stimmung.

Unser ganz besonderer Dank gilt unsere Köchin Frau Aroui für das leckere Essen und unserem Vorsitzender Dr. Aroui für die tolle Organisation, die Helfer (Adam Saidani, Mustapha Bounasseh, Mellanie Müsebeck, Gabriele Kamesky) und den Vorstandsmitglieder (Kamal Omar, Kamel Hallouane, Jutta Höflich, Nacer Hamou) für die tolle Unterstützung.

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Das Konzert für Toleranz am 26. August 2017 – das Maghreb Haus e.V. ist mit dabei

Das zweite Konzert für Toleranz findet am 26. August 2017 ab 13 Uhr auf dem Wandsbeker Marktplatz statt. Die Gäste erwartet von 13 bis 22 Uhr ein spannendes Bühnenprogramm, kulinarische Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern zu fairen Preisen und eine Vielzahl von Informationsangeboten.

Wir im Maghreb Haus e.V. sind mit dabei, präsentieren uns mit einem Stand, bieten kulinarische Spezialitäten aus dem Maghreb und informieren Sie / Euch auch gerne über unsere Aktivitäten. Wir sind selbstverständlich sehr gerne Teil der Konzertveranstaltung und möchten dabei ein klares Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit in unserer Stadt setzen.

Das Konzert für Toleranz wird von einem Team aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern organisiert, für die das Miteinander verschiedener Kulturen mit ihrer ganzen Vielfalt und Farbigkeit ein hoher Wert ist. Unter dem Dach des Kulturschlosses Wandsbek steuert diese Initiative das Zusammenspiel der vielen Unterstützer für die Vorbereitung und Durchführung dieses Großevents. Das zweite Konzert für Toleranz wird ein Meilenstein und eine Bestätigung für diejenigen, die sich täglich – in Wandsbek, Hamburg und der übrigen Republik – für Integration, Willkommenskultur und Toleranz einsetzen.

Alle interessierten Menschen sind herzlich willkommen! 
Wir freuen uns Sie / Euch auf unserem Stand begrüßen zu dürfen.
Vorbeischauen lohnt sich!

Maghreb Haus e.V.




Stammtisch der Kulturen im Zeichen des Iraks am 14.07.17

 Am 14. Juli 2017 lud das Maghreb Haus e.V. in Zusammenarbeit mit der Internationalen Organisation der irakischen Emigranten und Flüchtlinge IMO e.V. zu seinem Stammtisch der Kulturen im Kulturschloss Wandsbek ein. Dieses Mal stand der Stammtisch der Kulturen ganz im Zeichen des Iraks.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Dr. Aroui, Vorsitzender des Maghreb Haus e.V., die Gäste, bedankte sich bei Dr. Aziz Alkazaz für die gemeinsame Veranstaltung und erläuterte die Ziele der Veranstaltung. „Der Stammtisch der Kulturen hat das Ziel, Wissen über die Werte unterschiedlicher Kulturen zu vermitteln und dabei interkulturelle Verständigung zu fördern. Er bietet die Möglichkeit, gemeinsam zu essen, andere Menschen näher kennen zu lernen und miteinander ins Gespräch zu kommen – über alle Kulturgrenzen hinweg.“, sagte Dr. Aroui.

Danach gab Dr. Aroui das Wort an Herrn Dr. Aziz Alkazaz, der sich für die Einladung beim Maghreb Haus e.V. bedankte und freute sich darauf, im Rahmen dieser Begegungsplattform über den Irak und seine 6000 Jahre Geschichte berichten zu dürfen.
Dr. Alkazaz hielt einen kurzen Vortrag über die Rolle des Iraks in der Geschichte der Menschheit. „Das Land am Euphrat und Tigris gilt als eine Wiege der menschlichen Zivilisation. Dort entstanden die ersten Städte, das erste Gesetz und die erste Schrift. Seine Hauptstadt Bagdad war fünf Jahrhunderte lang Hauptstadt des islamischen Reiches und ein Leuchtturm der Wissenshaft in der islamischen Welt“, sagte Dr. Alkazaz. Dr. Alkazaz ließ uns mit seinem lebendigen Vortrag an der Entwicklungsgeschichte des Iraks teilhaben und stellte uns die aktuelle bittere Situation vor, in der die Wiege der Menschheit in einem blutigen Chaos versinkt. Der jahrhundertealte Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten zerstört das von den USA aufgezwungene brüchige System ebenso wie ein immenses kulturelles Erbe.

Danach hielt Dr. Tharwat Al Hankkawi einen weiteren Vortrag über die Armut im Irak, der sich auch für die Gelegenheit bedankte, darüber berichten zu dürfen. Seit dem Sturz des Saddam Hussein durch amerikanische Truppen leben im Irak mehr Menschen unter der Armutsgrenze als zuvor. Der Vortrag umfasste drei wichtigen Punkte:
1. Definition der absoluten Armut (Einkommen von 1 oder 2 Dollar pro Tag).
2. Ausmaß der Armut in Prozent der Gesamtbevölkerung von 34 Millionen Menschen(unterschiedliche Angaben der staatlichen Stellen in Bagdad; faktisch mindestens 50 %).
3. Ursachen der Armut: Missmanagement und verbreitete Korruption, d.h. Diebstahl und Ausplünderung der
Erdöl-Milliarden sowie gescheiterter Staat.

Nach den Vorträgen und Diskussionen wurde das Buffet mit irakischen Spezialitäten eröffnet. Das Essen war sehr reichlich und köstlich und wurde kostenlos angeboten, so besagt die Tradition der Iraker. Dazu gab es Minztee und Gebäck aus dem Maghreb. „Im Maghreb ist Minztee nicht nur ein Getränk sondern ein Zeichen der Gastfreundschaft, Tradition und Freundschaft“, so Dr. Aroui. Bei guter Laune, gutem Essen und Trinken fanden lebhafte Diskussionen und Gespräche in angenehmer, gemütlicher Atmosphäre statt. 

 

Die große Überraschung des Abends war sehr musikalisch und poetisch. Er wurden irakische Gedichte vorgetragen und Volkslieder gesungen. Alle Lieder wurden von Keyboard begleitet. Die Keyboardspieler Malek Alsehel und Malek Chehbischat spielten bis zum Schluss mit einer unglaublich ansteckenden Freude, einem sagenhaften Temperament und und energiegeladener Bühnenpräsenz.

Das Maghreb Haus e.V. bedankt sich nochmals ganz herzlich bei der Internationalen Organisation der irakischen Emigranten und Flüchtlinge IMO e.V., bei Dr. Aziz Alkazaz und Dr. Tharwat Al Hankkawi und bei allen Mitwirkenden und Helfern für das gute Gelingen dieser schönen Veranstaltung. 

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Stammtisch der Kulturen im Zeichen des Iraks am 14.07.17

Der Stammtisch der Kulturen steht dieses mal ganz im Zeichen des Iraks und findet in Zusammenarbeit mit der Internationalen Organisation der irakischen Emigranten und Flüchtlinge IMO e.V. in Hamburg statt.
 
Die Internationale Organisation der irakischen Emigranten und Flüchtlinge IMO e.V. kümmert sich in erster Linie um die Belange der irakischen Emigranten und Flüchtlinge und bemüht sich die irakischen Kompetenzen im Ausland für Wiederaufbau des Landes zu vernetzen.
 
Der Irak im Jahr 2017 ist politisch, konfessionell und territorial tief gespalten. Seit dem Kriegsende im Jahr 2003 herrscht Krieg und Terror im Irak. Auch nach dem Abzug der ausländischen Truppen 2011 kam es zu keiner Befriedung des Landes. Die Amerikaner haben das Land im Chaos und Anarchie hinterlassen. Ein Rumpfstaat im Zentrum und Süden des Landes befindet sich unter nomineller Kontrolle der Zentralregierung in Bagdad. Im Norden sind die Kurden dabei, einen autonomen Proto-Staat zu schaffen. Das Zentrum und der Westen befinden sich unter Kontrolle der Dschihadisten-Miliz des Islamischen Staates (IS).
 
Die Veranstaltung beginnt mit einem kurzen Vortrag. Dr. Aziz Alkazaz gibt kurze Einblicke in die Geschichte und Kultur des Iraks sowie in die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation im Irak. Im Mittelpunkt der Kulturveranstaltung stehen drei grundlegende Themen:
Erstens: Kurzer historischer Rück- und Überblick über den Stellenwert des Irak in der arabischen und islamischen Welt („Wiege der Menschheitskultur“, Bagdad war fünf Jahrhunderte lang Hauptstadt des islamischen Reiches, Rolle bei der Entwicklung der Wissenschaften).
Zweitens: bisherige Bilanz der amerikanisch-britischen Invasion und Besetzung seit März 2003 bis heute in allen Bereichen.
Drittens: Darstellung und Analyse der vom irakischen Volk angestrebten echt demokratischen Lösung und die Aussichten für ihre praktische Durchsetzung.
 
Nach Vortrag und Diskussion  gibt es kulinarische Spezialitäten aus der Region zum Selbstkostenpreis und Live-Musik mit Zead Khawam und Malek Alsehel.
 
Das Maghreb Haus e.V bedankt sich ganz herzlich bei der Internationalen Organisation der irakischen Emigranten und Flüchtlinge IMO e.V. in Hamburg für diese gemeinsame Veranstaltung.
 

Der Stammtisch der Kulturen hat das Ziel, wissen über die Werte unterschiedlicher Kulturen zu vermitteln und interkulturelle Verständigung zu fördern.

Der Stammtisch der Kulturen findet seit September 2016 unter dem Motto „Fremde werden Freunde – Eine Initiative für Toleranz und friedliches Zusammenleben“ jeden 2. Freitag im Monat in Kooperation mit Kulturschloss Wandsbek statt. Er ist eine offene Plattform der Begegnung und der Unterhaltung für Menschen aller Kulturen und bietet die Möglichkeit, gemeinsam zu essen, andere Menschen näher kennen zu lernen und miteinander ins Gespräch zu kommen – über alle Kulturgrenzen hinweg.

Der Stammtisch der Kulturen findet in einer Zeit statt, in der wir um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft kämpfen und Vorurteile gegen Menschen anderer Herkunft oder anderen Glaubens entkräften müssen. Wir sind der festen Überzeugung, dass sich unser Horizont in Begegnungen mit den Menschen anderer Kulturen weitet und sich Ängste und Vorurteile mit Begegnungen abbauen lassen. Fremde Kulturen bereichern nicht nur das Leben, sondern machen es noch bunter.
Wir laden Euch herzlich zu unserem monatlichen Stammtisch der Kulturen ein.