Naceur-Charles Aceval zu Gast im Kulturschloss in Hamburg Wandsbek

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„Die Menschen kommen, die Menschen gehen! Allein das Wort reist und bleibt und erreicht immer sein Ziel.

Heute Abend ist es hier angekommen“, – bereits durch seine Begrüßung zog Naceur-Charles Aceval das Publikum im Kulturschloss Wandsbek am 5. November 2017 in seinen Bann. 

Bereits im Mai 2016 hatte der 1951 in Algerien geborene Autor und Märchenerzähler auf Einladung von Maghreb-Haus e.V. das Hamburger und Lübecker Publikum begeistert, und auch an diesem Abend sollte Berberzelt-Atmosphäre die Gäste im Kulturschloss Wandsbek verzaubern. Diesmal hatte der seit 1974 in Deutschland lebende Sohn einer Nomadenfrau der Ouded Sidi-Khaled aus der Region Tiaret und eines baskischen Siedlers sein druckfrisches Werk „Der Erzähler von Algier“ im Gepäck. Der Fokus seines dritten Werkes sind Erzählungen um die Themen Weisheit, Liebe, Macht und Spiritualität, welche der Erzähler direkt aus dem Mund seiner Mutter gehört und die ihn von Kindheit an tief geprägt haben. Gemäß der algerischen Erzähltradition durch Frauen las Aceval die ausgewählten Märchen nicht etwa vor, sondern stand zu seiner „weiblichen Seite“ und gab dem Publikum mit seiner Mimik und Gestik sowie mit Witz und Charme eine Kostprobe seines schauspielerischen Talents. 
Über die Geschichte von Hachaschi, dem Lügner, über den Zauberer von Fes bis zu der Erzählung vom Kaufmann und seinem Papagei entführte der Erzähler das Publikum in eine Welt universeller Wahrheiten, wie z. B. der Tatsache, dass ein Leben ohne Freiheit kein Leben ist.

Dabei durfte natürlich Acevals Lieblingsmärchen Habra, die einen veritablen Berberlöwen als Adoptivvater hat,  nicht fehlen. Die Quintessenz der rührenden Liebesgeschichte: Verletzung durch Worte heilen nie.
Dass Worte jedoch auch heilen können – das ist Acevals tiefste Überzeugung. Mit seinem authentischen Einblick in die arabische und maghrebinischen Kultur versucht der Autor und Erzähler in diesen Tagen der Missverständnisse zwischen „westlicher“ und „orientalischer“ Weltsicht eine Brücke zwischen den angeblich so unterschiedlichen Kulturen zu bauen. Begleitet wurde er von dem tunesischen Musiker Adam Saidani an der Oud, Geige und auf der Flöte. Nach der Märchenstunde signierte Aceval seine Bücher, die reißenden Absatz fanden. Anschließend gab es für die Gäste, unter ihnen Dr. Hassan Ied von der Freien Deutsch-Syrischen Gesellschaft e.V., beim gemeinsamen Couscous-Essen Gelegenheit zum Austausch mit dem Autor sowie mit dem Illustrator Bendix Bauer aus Berlin. Zum Ausklang des Abends im Zeichen der Völkerverständigung verzauberte nochmals Adam Saidani die Gäste mit orientalischen Klängen.

Das Buch „Der Erzähler von Algier“ ist im Oktober 2017 im Papermoon-Verlag erschienen, kostet 14,50 € und kann derzeit beim Papermoon-Verlag oder direkt bei Naceur-Charles Aceval bestellt werden.

Das Maghreb Haus e.V. bedankt sich ganz herzlich für die Unterstützung beim Bezirksamt Wandsbek und Kulturschloss Wandsbek und bei  allen Mitwirkenden und Helfern für das gute Gelingen dieser schönen Veranstaltung.

Klicken Sie hier, um sich in unserer Fotogalerie weitere Fotos anzusehen!

 

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