Gemeinsames Fastenbrechen in Hamburg-Wandsbek am 01-06-2018

image_pdfimage_print

Bereits zum zweiten Mal in seiner nur dreijährigen Vereinsgeschichte lud das Maghreb Haus e.V. gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern Kulturschloss Wandsbek, Deutsch–Marokkanischer Kultur Kontakt e.V. und 2nesna am 1. Juni zum maghrebinischen Fastenbrechen ins Kulturschloss Wandsbek, Königsreihe 4, 22041 Hamburg ein.

Alljährlich im Monat Ramadan fasten die Muslime auf der ganzen Welt. Ramadan ist für Muslime in aller Welt ein großes Fest des Glaubens und der Begegnung und gilt als Monat der Solidarität, des Miteinanders und des Friedens. Für rund vier Millionen Muslime in Deutschland begann der Fastenmonat Ramadan dieses Jahr am Mittwoch den 16. Mai 2018 und endet am Donnerstag den 14. Juni 2018. Das gemeinsame Fastenbrechen ist fester Bestandteil des islamischen Fastenmonats Ramadan.

v.l.n.r. Dounia El-Korchi, Vorsitzende des Deutsch-Marokkanischen Kultur Kontaktes e.V., Sonia Ben Amor, Tunesiens Konsulin in Hamburg und Jutta Höflich von Maghreb Haus e.V.

Gemeinsam mit zahlreichen Gästen wurde in familiärer Atmosphäre das maghrebinische Fastenbrechen gefeiert. Zirka 70 Personen unterschiedlichster Herkunft, Muslime und Nicht-Muslime kamen zusammen, um gemeinsam zu speisen, sich kennenzulernen und miteinander Zeit zu verbringen. Darunter gab sich die Konsulin der Republik Tunesien, Sonia Ben Amor, die Ehre. Ebenso gekommen waren Gabriele Kamensky, Vorsitzende der Hamburger Sektion der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft e.V. Dr. Hassan Ied von der Freien Deutsch-Syrischen Gesellschaft e.V., Dr. Aziz Alkazaz, Vorsitzender der Internationalen Organisation der irakischen Emigranten und Flüchtlinge IMO e.V., Dr. Mohammed Khalifa, Dozent in der Abteilung Geschichte und Kultur des Vorderen Orients der Universität Hamburg und  Vorsitzender des arabischen Kulturforums e.V. und Frau Dr. Alima Ponten von der Alawiyya Orden.

Jutta Höflich von Maghreb Haus e.V. und ihre Freunde aus Tadschikistan

Im Sinne des Vereinsziels, den kulturellen Austausch zwischen Maghrebinern und Deutschen sowie anderen Nationen zu fördern, war die Freude groß, mit einigen Studentinnen aus Tadschikistan erstmals auch Gäste aus Zentralasien begrüßen zu dürfen.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Dr. Aroui, Vorsitzender des Maghreb Haus e.V., alle Gäste und bedankte sich bei den Mitorganisatoren Dounia El-Korchi, Vorsitzende des Deutsch-Marokkanischen Kultur Kontaktes e.V. und Achraf El Hadri, Vorsitzender von 2nesna, bei allen, die etwas mitgebracht haben und insbesondere bei den Köchinnen Frau Nezha Aroui, Frau Saida Hallouane und Frau Dounia El-Korchi ganz herzlich.

Geplant war vor dem Fastenbrechen ein kurzer Vortrag über Ramadan zu halten. Aus Zeitmangel konnte Frau Dr. Alima Ponten ihren Vortrag nicht mehr halten, reichte ihn aber später schriftlich nach.

Pünktlich um 21:38 Uhr war es soweit. Der Ruf des Muezzin erklingte zum Sonnenuntergang. Zeit, das Fasten zu brechen. Die schöne Tischdeko machte das Fastenbrechen noch einladender! Gereicht wurde zu Beginn eine traditionelle Ramadansuppe, genannt „Shurba“, Datteln und gefüllte Teigtaschen. Danach eröffnete der Vorsitzende Dr. Djalel Aroui das bunte Buffet mit leckeren Gerichten aus dem Maghreb sowie Spezialitäten aus Syrien und natürlich hatten auch die Gäste aus Tadschikistan eine Kostprobe aus der Heimat mitgebracht. Selbstverständlich durften süßes Gebäck und Minztee beim Fastenbrechen nicht fehlen.

 

Sufi-Dichtungen

Sufi-Dichtungen vorgetragen von Dr. Alima Ponten und Dr. Mohammed Khalifa

Nachdem Fastenbrechen in fröhlicher und familiärer Atmosphäre wartete ein buntes Unterhaltungsprogramm auf die Gäste. Begleitet von Adam Saidani mit der Geige, ein aus Tunesien stammender Musiker, wurden inspirierende zweisprachigen Sufi-Dichtungen u.a. von Jalal ad-Din Rumi, Ibn Arabi und Abu Madyan al-Ghawth von Dr. Alima Ponten (deutsche Fassung) und von Dr. Mohammed Khalifa (arabische Fassung) vorgetragen. Dabei wurde betont, dass die Poesie im Sufismus eine entscheidende und zentrale Rolle spielt und die Liebe ein bedeutendes Thema in der Dichtung des Sufismus ist.

Lasst es weiter reisen, das Wort! 

Märchenerzählung von Frau Nezha Aroui. Der Musiker Nidhal Boukotaya

Beim diesjährigen Iftar wurde einer besonderen maghrebinischen Tradition gehuldigt. Besonders für das Fastenbrechen war ein inspirierendes Märchen ein wertvolles und ein sinnliches Geschenk, das die Seele bewegt und berührt. Oft hat der Märchenerzähler Naceur-Charles Aceval seine Erzählungen so eingeleitet: „Überall wo Menschen sind, lebt das Wort und reist mit ihnen. Menschen die Geschichten erlebt, erzählt oder gehört haben kommen und gehen. Allein das Wort bleibt, reist und erreicht immer sein Ziel. Und wenn die Menschen längst fort sind, so lebt das Wort weiter und die Erzählungen reisen mit anderen Menschen. So ist das Wort heute zu Euch gekommen. Bewahrt es in Euren Herzen und erzählt es weiter, Euren Geschwistern, Euren Freundinnen und Freunden und Verwandten. Lasst es weiter reisen, das Wort!“. Und konkret so wurde beim diesjährigen Iftar erstmals auch ein Märchen – entsprechend der Tradition von einer Frau – vorgelesen. Frau Aroui zog die Gäste mit dem Märchen „Der wundersame Granatapfelbaum“ vom findigen Wasserträger von Cordoba in ihren Bann, der dem Strang als Strafe für den Diebstahl eines Leibes Brots nur durch seine Weisheit entkam.

Adam Saidani und Band

Adam Saidani und Band

Schließlich rundeten die Musiker Adam Saidani und Band den Abend mit wunderschönen und rhythmischen Klänge ab und begeisterten die Gäste mit ihren typischen maghrebinischen Musikinstrumente Oud und Geige.

Es war ein gelungener Abend in außergewöhnlichem Ambiente. Gegen Mitternacht ging dann ein wunderbarer Iftar-Abend zu Ende – mit herzlichem Dank, an alle, die dazu beigetragen haben. Useren ganz besonderen Dank geht an dem Kulturschloss Wandsbek und das Bezirksamt Wandsbek für die Unterstützung bei der Durchführung unseres Projektes „Stammtisch der Kulturen“.

1 thought on “Gemeinsames Fastenbrechen in Hamburg-Wandsbek am 01-06-2018

  • مجهود رائع جدا وعمل جميل. كل عام وانتم بخير وسعادة. ونتمنى ان يكون هذا العمل عادة يحتذى بها في هامبورج. أطيب تحياتي وجزيل شكري وتقديري. أخوكم محمد خليفة

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.